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Verwendung der drei Herz-Mantras

Es gibt 32 Erläuterungen zu den Methoden und dem Nutzen der Praxis mit diesen Mantras, aber wir werden nur einige der am häufigsten verwendeten Methoden hier erwähnen. Die Mantras auf Steine meißeln, das Tragen der Mantras oder ein Mantra über eine Tür setzen kann alles die Ursache der Befreiung sein. Das Meißeln in einen Stein und ihn unter Wasser legen, kann helfen, die Wesen unter dem Wasser zu erreichen und zu befreien. Beim Drucken auf Gebetsfahnen kann der Wind helfen jene Wesen zu befreien, die über das Element Wind erreichbar sind. Durch das Singen des Mantras, können andere einfach durch das Hören des Mantras die Befreiung erlangen.

 

Es ist auch von Nutzen, wenn wir ein Mantra mit Gold- oder Silber-Tinte schreiben und dies auf einem Altar anbieten. In Tibet würden einige Leute Kopien von Texten kaufen, obwohl sie Analphabeten sind, und sie auf Schreine legen und ihnen Respekt darbringen. Oftmals werden Mantras in das Horn oder die Knochen von Tieren, deren Fleisch gegessen wurde, wie Yaks und Schafe, geschnitzt, in der Hoffnung, dass es diesen in Richtung Befreiung hilft. Gebetsmühlen sind immer mit Mantras gefüllt und diese Gebetsmühlen können von Hand, Wind oder durch Wasser gedreht werden, um die Vorteile der heiligen Keimsilben zu verbreiten. Mit Körper, Rede und Geist gleichzeitig das Mantra benutzen, hat den größten Nutzen, wie das Umkreisen einer Stupa, während man ein Mantra rezitiert und dies als eine Reinigung betrachtet. Man sollte vorsichtig mit Mantras sein, sie nicht abstufen oder sie in irgendeiner Weise respektlos behandeln, oder man kann negatives Karma ansammeln.

 

Wenn wir irgendeine Art von Unfall sehen ist es sinnvoll, eines der drei Mantras zu rezitieren, aber ein KAR A ME wäre wohl am nützlichsten. Jedoch ist das Rezitieren eines dieser Mantras vorteilhaft für alle anderen Wesen, wie auch für uns. Die Mantras haben den größten Nutzen, wenn wir das Mantra mit der starken Absicht rezitieren, bewusst damit zu arbeiten, um unsere Beschwerden zu lösen.

 

Am besten ist eine Verpflichtung, von einem Mantra eine bestimmte Anzahl zu machen oder es für eine bestimmte Zeit zu rezitieren, diese Verpflichtung verleiht dem Mantra und dem Praktizierenden mehr Kraft. Wir sollten es ruhig rezitieren, so dass eine andere Person, die bei uns sitzt, nicht verstehen kann, was wir sagen, jedoch sollte man die Silben deutlich rezitieren, sie nicht undeutlich zusammen lallen.

 

Nach unserer Tradition, entstand die Mala mit Tönpa Shenrab, dem Gründer des Bön. Einmal, während er als Asket praktizierte, pflanzte er einen Baum mit Zweigen in den fünf Farben. Die fünf Früchte dieser Zweige wurden die fünf Malas – die vier Tore und ein Schatz.

 

Malas werden zum Zählen der Anzahl von Wiederholungen von einem Mantra verwendet und sollten 108 Perlen haben, obwohl jede Runde als 100 Wiederholungen gezählt wird, falls zum Beispiel jemand versehentlich zwei Perlen mit einer Rezitation bewegt. Bei den meisten Bönpo-Mantras sollte die Mala in der linken Hand gehalten werden und die Kügelchen in einer Richtung gegen den Uhrzeigersinn über den Zeigefinger gezählt werden. Kristall-Malas weden für Mönche empfohlen, für tantrische Praktizierende sind Malas aus Rudraksha-Samen, Sandelholz oder Knochen gut. Beim Erwerb einer neuen Mala sollte sie von einem Lama ermächtigt werden, bevor wir sie benutzen. Malas sollte nicht mit zu vielen Farben oder Verzierungen gemacht werden, am besten nur aus den natürlichen Farben der Materialien. Der Kopf, oder die Umdreh-Perle der Mala symbolisiert die drei Kayas oder Körper von Buddha, die 108 Perlen sind ein Symbol der 108 Bodhisattvas. Wenn wir eine Mala für eine lange Zeit benutzen und viele Mantras rezitieren, erhöhen wir deren Kraft, deshalb sollte sie dann nicht leichtfertig an Dritte weitergegeben werden. Sie sollte an einem sauberen, geachteten Platz in unserem Haus aufbewahrt werden. In Tibet war es üblich, dass wenn ein großer Meister eine Mala verschenkte, jede einzelne Perle aus dieser Mala den Menschen als eine Form des Schutzes gegeben wurde.

 

Am Beginn jedes Mantras sind die Keimsilben der Leerheit und Klarheit, der Essenz unseres Seins. So entsteht wirklich jedes dieser Mantras aus der gleichen Quelle ‒ der Quelle unseres eigenen Seins. Durch das Rezitieren dieser Mantras, das Betrachten ihrer Bedeutungen und der Verbindung mit den Buddhas, die eingeladen sind, reinigt man sich und alle fühlenden Wesen.

 

HungHUNG