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Ardha Matsyendrasana

«Ardha Matsyendrasana» oder der «Drehsitz» ist die 9. Asana der zwölf Grundstellungen im Hatha-Yoga. «Ardha Matsyendrasana» ist eine Asana für die Flexibilität der Wirbelsäule und des Geistes. Sie folgt nach dem «Bogen» bzw. nach der «Stellung des Kindes».

 

Matsyendrasana

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Übungsvideo: Drehsitz bzw. Ardha Matsyendrasana, mit einem Bein ausgestreckt

1.1 Praktische Anleitung (Auszug aus einer kompletten Yoga-Anfängerstunde)

2 Wirkungen von Ardha Matsyendrasana

2.1 Körperlich
2.2 Energetisch
2.3 Geistig

3 Swami Sivananda über Ardha Matsyendrasana

3.1 Methode
3.2 Nutzen

4 Warum soll man sich erst zur rechten Seite drehen?
5 Wann sollte der Halbe Drehsitz nicht geübt werden?
6 Wirkungen von dem Halben Drehsitz

 

 

Übungsvideo: Drehsitz bzw. Ardha Matsyendrasana, mit einem Bein ausgestreckt

Praktische Anleitung (Auszug aus einer kompletten Yoga-Anfängerstunde)

«Drehsitz» einer Yogastunde: Sukadev leitet dich an zum «Drehsitz» und zeigt dir, wie du die Stellung aufbauen und üben kannst.

 

 

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Wirkungen von Ardha Matsyendrasana

Körperlich

Durch die Drehung des Körpers wird die Wirbelsäule seitlich flexibel, das sympathische Nervensystem wird gestärkt und die Rückenmuskeln werden massiert. «Ardha Matsyendrasana» heilt allgemein nervöse Leiden. Die Massage, welche die Bauchorgane erfahren, führt Gifte ab, die beim Verdauen entstehen. Die Asana reguliert die Sekretion der Adrenalindrüsen, der Leber und der Bauchspeicheldrüse und wirkt günstig auf die Nieren.

Gedehnte Muskeln: Gluteus, Obliquus und Transversus Abdomini (schräge Bauchmuskeln), Latissimus (breite Rückenmuskeln), Lendenmuskeln, Pectoralis (Brustmuskeln).

Gestärkte Muskeln: Latissimus, Obliquus und Transversus Abdomini (schräge Bauchmuskeln), Lendenmuskeln (jeweils auf der anderen Seite als die gedehnten Muskeln).

Der Tendenz des Zusammenwachsens der Wirbel, was zu Entzündungen und Kalkablagerungen führen kann, wird entgegengewirkt.

 

 

Energetisch

«Ardha Matsyendrasana» ist eine der energetisch wichtigsten Übungen. «Ardha Matsyendrasana» aktiviert das Sonnengeflecht, öffnet die «Sushumna» (feinstoffliche Wirbelsäule). Angesprochene Chakras sind das «Muladhara», das «Ajna» und das «Sahasrara Chakra».

 

 

Geistig

«Ardha Matsyendrasana» wirkt Stress abbauend, nervenstärkend, beruhigend und harmonisierend. «Ardha Matsyendrasana» gibt die Kraft, im inneren Gleichgewicht zu bleiben, auch wenn äußere Umstände sich ändern; die innere Würde zu behalten, auch wenn man sich an äußere Umstände anpasst; seinen Idealen treu zu bleiben, auch wenn man auf andere Menschen eingeht und auf diese zugeht.

 

 

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Swami Sivananda über Ardha Matsyendrasana

«Ardha» bedeutet halb oder zur Hälfte. Dies ist eine halbe Stellung. Die Asana hat ihren Namen vom dem Rishi bzw. dem Yogi Matsyendra übernommen, der als erster seinen Schülern die Körperhaltungen von dem Hatha-Yoga unterrichtete. Von Matsyendra wird gesagt, dass er ein Schüler Shivas gewesen wäre. Einmal ging Shiva weg auf eine einsame Insel. Dort lehrte er Parvati die Mysterien von dem Yoga. Es trug sich aber zu, dass ein Fisch, der nahe der Küste war, die Lehren Lord Shivas mithörte. Shiva bekam das mit. Da sein Herz voll Gnade und Barmherzigkeit war, besprenkelte er diesen Yogi-Fisch mit Wasser. Sogleich, dank Shivas Gnade, wurde der Fisch zu einem «Siddha-Yogi» mit göttlichem Körper. Dieser Yogi im Fischkörper wurde Matsyendra genannt.

In «Paschimottanasana» und «Halasana» wird die Wirbelsäule nach vorne gebeugt. «Dhanurasana», «Bhujangasana» und «Salabhasana» sind die «Gegenhaltungen» hierzu und beugen die Wirbelsäule rückwärts. Das reicht nicht aus. Sie muss auch gedreht werden und von Seite zu Seite gedehnt werden. Nur so kann perfekte Beweglichkeit in der Wirbelsäule sichergestellt werden. Für diesen Zweck ist «Matsyendrasana» perfekt geeignet, indem sie die Wirbelsäule zu den Seiten verdreht. Hatha-Yogis beginnen mit dieser Haltung, wenn sie den Yogaschülern praktischen Unterricht geben.

 

 

Methode

Setze die linke Ferse in die Nähe des Anus und unter das männliche Geschlecht. Sie kann den Damm berühren. Erlaube der Ferse nicht, sich von diesem Platz wegzubewegen. Das Perineum liegt zwischen Anus und den äußeren Geschlechtsorganen. Beuge das rechte Knie und den rechten Knöchel an den linken Oberschenkelansatz und halte den rechten Fuß ruhig auf dem Boden, ganz nahe dem linken Hüftgelenk. Setze den linken Arm so, dass die linke Achselhöhle über dem vertikal gebeugten rechten Knie ist. Drücke jetzt das Knie ein wenig zurück, so, dass es die Rückseite der Achselhöhle berührt. Umfasse das linke Knie mit der linken Handfläche. Während Du dann mit dem linken Schultergelenk leichten Druck ausübst, drehe Dich langsam extrem nach rechts, so weit, wie es Dir möglich ist. Dein Gesicht drehe auch so weit als möglich nach rechts. Bringe es in eine Linie mit der Schulter. Schwinge den rechten Arm hinter den Rücken. Fasse den linken Oberschenkel mit der rechten Hand. Verweile in der Stellung für 5 bis 15 Sekunden. Halte die Wirbelsäule ganz gerade und aufrecht. Beuge Dich nicht nach vorne. Ebenso kannst Du Dich nach links drehen. Das macht die Wirbelsäulendrehung komplett.

 

 

 

Nutzen

Diese Asana steigert den Appetit, indem sie das Verdauungsfeuer anregt. Sie zerstört schreckliche Krankheiten. Sie erweckt die «Kundalini» und bewirkt einen stetigen freien Fluss im «Chandra-Nadi». Es wird gesagt, dass der Mond über der Gaumenwurzel dessen körperliche Entsprechung hat. Aus ihm kommt der kühle lebensspendende Nektar Ambrosia, der durch das Mischen mit dem Verdauungsfeuer verbraucht wird. Aber diese Asana verhindert das.

Sie hält die Wirbelsäule beweglich und gibt den Bauchorganen eine hervorragende Massage. Hexenschuss und jedwede andere Form von muskulär bedingtem Rheuma der Rückenmuskeln kann so Heilung finden. Die Nervenenden der Wirbelsäule und das sympathische Nervensystem werden auf dies Weise angeregt. So wird ausreichend Blut bereitgestellt. Diese Asana unterstützt die Wirkung von «Paschimottanasana».

 

 

Warum soll man sich erst zur rechten Seite drehen?

Indem man sich bei dem «Halben Drehsitz» erst zur rechten Seiten dreht, öffnet man dadurch den abwärts-laufenden Dickdarm auf der linken Körperseite. Durch die anschließende Gegenbewegung nach links, wird der fortlaufende Darm weiter aktiviert. Dadurch unterstützt man also auch noch die Tätigkeiten der Bauchorgane. Durch den Druck des aufgestellten Knies an den Bauch und die Tiefen Atembewegungen gönnt man sich zusätzlich eine Bauchorganmassage.

Eine weitere Erklärung besagt, dass indem man sich zuerst nach rechts dreht, man sich der Vergangenheit zuwendet. Durch die anschließende Linksdrehung wendet man sich der Zukunft zu.

 

 

Wann sollte der Halbe Drehsitz nicht geübt werden?

 

  • Nicht geeignet bei Schwangerschaft.
  • Nicht geeignet bei Ischiasproblemen oder Bandscheibenvorfall.
  • Nicht geeignet bei Magengeschwür, Bruch oder Überfunktion der Schilddrüse.

 

 

Wirkungen von dem Halben Drehsitz

 

  • Nerven der Wirbelsäule werden angeregt.
  • Rückenmuskeln werden beweglich.
  • Hexenschuss kann gelindert werden.
  • Falls Wirbel schon beginnen zusammen zuwachsen kann dem entgegengewirkt werden.
  • Massiert Bauchorgane.
  • Verdauungserkrankungen können gelindert werden.
  • Gut für die Nieren.
  • Gut für Adrenalindrüsen, Leber und Bauchspeicheldrüse.
  • Spirituell wirkt die Stellung auf das «Ajna Chakra».