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Mayurasana

 

Mayurasana

 

«Mayurasana», die «Pfauenstellung», ist eine Übung (Asana) im Hatha-Yoga für die Gesundheit der Verdauungsorgane und die geistige Wachheit. «Mayurasana» ist die 10. Asana innerhalb der 12 Grundstellungen der Yoga-Vidya-Reihe, auch wenn diese meist durch «Kakasana», die «Krähe», ersetzt wird.

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Sukadev über Mayurasana
2 Ausführung von Mayurasana

2.1 Wirkungen von Mayurasana
2.2 Mögliche Hilfsmittel bei Mayurasana

3 Swami Sivananda über Mayurasana

3.1 Methode
3.2 Nutzen
3.3 Variationen
3.4 Narayani zeigt Hamsasana und Mayuri (Englisch)

 

 

Sukadev über Mayurasana

 

 

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Ausführung von Mayurasana

Im nachfolgenden Video erklärt Sukadev die Ausführung von «Mayurasana». Weiter unten beschreibt Swami Sivananda in Worten die Herangehensweise und die Wirkungen aus seiner Sicht.

 

 

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Wirkungen von Mayurasana

In «Mayurasana» — dem «Pfau» — das Gleichgewicht zu halten erfordert die ganze Kraft und Konzentration. Bei korrekter Ausführung der Asana befinden sich der Kopf, der Körper und die Beine in gerader Linie parallel zum Boden. Die Stellung fördert die Verdauung — selbst wenn man nicht auf den Händen balancieren kann, weil das Körpergewicht die Ellbogen in den Unterbauch drückt und somit die Milz und die Bauchspeicheldrüse massiert. Sobald du diese Asana beherrschst, versuche es mit einer fortgeschritteneren Handstellung: stütze dich entweder auf deine Fäuste oder lasse deine Fingerspitzen zum Kopf, anstatt nach hinten zeigen.

 

  • Körperlich: «Mayurasana» gilt als wirkungsvollste Übung für die Verdauungsorgane. Die Hauptschlagader im Bauch wird durch den Druck der Ellenbogen zusammengepresst. Die anschließende vermehrte Blutzufuhr hilft den Verdauungsorganen, stärkt sowohl die Leber als auch den Magen und die Bauchspeicheldrüse. «Mayurasana» hilft, das ganze Nervensystem zu regenerieren. «Mayurasana» stärkt die Armmuskeln und erhöht die Lungenkapazität.
  • Gedehnte Muskeln: Schultermuskeln
  • Gestärkte Muskeln: Pectoralis (Brustmuskeln), Latissimus (breite Rückenmuskeln), Unterarmmuskeln, Trizeps (Armstrecker), Longissimus (Lange Rückenmuskeln), Gluteus (Gesäßmuskeln).
  • Energetisch: «Mayurasana» wirkt stark aktivierend und aufweckend. «Mayurasana» ist sehr empfehlenswert am Morgen und immer dann, wenn Energie schnell und effektiv aktiviert werden soll.
  • Angesprochene Chakras: Manipura, Ajna
  • Geistig: «Mayurasana» entwickelt Selbstbewusstsein, Mut, Konzentration, Willenskraft und Gleichgewicht.

 

 

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Mögliche Hilfsmittel bei Mayurasana

Sollte sich trotz vielem Bemühen kein Erfolg einstellen wollen, könnten zwei Hilfsmittel, nämlich ein Gurt oder ein Kissen (Yogamatte) hilfreich sein.

 

  • Kissen: Manchmal sind die Proportionen etwas ungut verteilt, so, dass es sich bei kürzeren Armen in Relation zum Oberkörper schon schwierig gestaltet, die Beine nach oben zu bringen. Hierfür nehme dein Meditationskissen und positioniere es zwischen den Oberarmen und deinem Oberkörper. So entsteht ein größerer Hebel und damit ist der «Pfau» für viele plötzlich leichter machbar. Übe auf diese Art und Weise immer weiter. Nach einer Weile solltest du jedoch wieder versuchen, ohne das Kissen auszukommen. Anstatt eines Kissens kannst du auch deine Yogamatte einrollen und diese auf gleiche Art wie das Kissen einsetzen.
  • Gurt: Bei einigen Schülern sind die Proportionen so gestaltet, dass bei dem Versuch, in den «Pfau» zu kommen, die Ellbogen stets nach außen rutschen. Sollte dies noch an der Kleidung liegen, empfiehlt sich hier der Einsatz eines Gurtes. Mache eine Schlinge und gib beide Arme hindurch und der Gurt befindet sich ungefähr auf der Höhe oberhalb der Ellbogengelenke. Wenn du nun in den «Pfau» gehst, können die Ellbogen aufgrund der Fixierung nicht auseinander rutschen.

 

 

Swami Sivananda über Mayurasana

 

SivanandaSwami Sivananda

 

«Mayur» bedeutet «Pfau» auf Sanskrit. Wenn diese Asana ausgeführt wird, ähnelt sie einem «Pfau», welcher das Pfauenrad (das Gefieder an seinem Schwanz) weit aufgespannt hat. Diese Asana ist ein wenig schwieriger als «Sarvangasana» und «Matsyasana». Sie setzt eine gute körperliche Verfassung voraus, Turner können diese Haltung sehr leicht einnehmen. Dies entspricht mehr oder minder der reinen Übung am Barren.

 

 

Methode

Kniee auf dem Boden. Setz Dich auf die Zehen. Hebe die Fersen an. Bringe die Unterarme zusammen. Setze die beiden Handflächen auf den Boden. Die kleinen Finger müssen nahe beieinander oder dicht gegenüber platziert werden. Die Daumen sollten den Boden berühren. Sie sollten in Richtung der Füße weisen. Jetzt hast Du stabile und feste Unterarme, um den ganzen Körper zu stützen, wenn Du im Folgenden die Beine und den Rumpf anheben wirst. Bringe jetzt den Unterbauch langsam nach unten gegen die aneinander liegenden Ellbogen. Unterstütze den Körper, indem Du Deine Ellenbogen jetzt in den Bauchnabel presst. Das ist die erste Etappe.

Novizen finden es in der Regel schwierig, das Gleichgewicht zu halten, sobald sie die Beine vom Boden abheben. Platziere ein Kissen vor Dir. Gelegentlich wirst Du nach vorne fallen und Deine Nase eventuell leicht verletzen. Versuche auf die Seite zu rutschen, wenn Du das Gleichgewicht nicht mehr halten kannst. Wenn Du es schwierig findest, die beiden Beine auf einmal nach hinten auszustrecken, dann strecke eines nach dem anderen aus. Wenn Du die Ausführung nimmst, bei der Du den Körper nach vorne lehnst und den Kopf zurück gibst, werden die Beine automatisch vom Boden abheben und Du kannst sie relativ leicht ausstrecken. Wenn die Asana ganz gestanden wird, werden Kopf, Rumpf, Sitzbeinhöcker, Oberschenkel, Beine und Füße in einer geraden Linie sein. Diese Haltung ist sehr schön anzusehen.

Anfänger können diese Asana üben, indem sie sich an den Seiten eines Bettes festhalten. Sie werden das Üben so leicht finden. Wenn Du Deinen gesunden Menschenverstand einsetzt, wirst Du das Gleichgewicht ohne allzu große Schwierigkeit halten können. Dickere Übende sollten darauf achten, das Fallen oder Rutschen zu vermeiden. Sei nicht ruckartig im Prozess des Füßestreckens. Übe diese Asana für 5- 20 Sekunden. Diejenigen, die in guter körperlicher Verfassung sind können für 2- 3 Minuten üben. Halte den Atem an, wenn Du den Körper anhebst. Wenn Du aus der Asana kommst, atme langsam aus.

 

 

Nutzen

«Mayurasana» verfügt über einen ihr innewohnenden eigenen Charme. Die Asana wird schnell Deine Kraft bündeln. Innerhalb weniger Sekunden hast Du ein vollständiges Training. Die Asana ähnelt in ihrer Wirkungsweise einer Subkutanspritze mit Adrenalin oder Digitoxin.

Sie ist eine wundervolle Asana, um die Verdauung zu verbessern. Sie zerstört die Auswirkungen ungesunder Ernährung. Sie verbessert die Verdauungskraft. Durch sie wird sogar die Verdauung des schrecklichen Halahalagifts möglich und die Auswirkungen werden abgebaut. Die Praxis heilt Verdauungsstörungen, und Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, wie chronische Gastritis, und verringert eine Leber-und Milzvergrößerung dadurch, dass der Druck im Bauchraum verbessert wird. Die Lungen und alle inneren Bauchorgane werden angemessen durch verbesserten Bauchinnendruck angeregt und stimuliert. Eine träge Leberfunktion oder Lähmungen aufgrund von Hepatitis verschwinden. Die Asana regt die Darmfunktion an, beseitigt Verstopfung (herkömmlicher, chronischer und habitueller Natur) und erweckt die «Kundalini». Sie regt wundervoll den Appetit an, beseitigt alle Krankheiten, die aufgrund eines exzessiven Windes, von Wut oder Trägheit entstanden sind, sie heilt Diabetes, Hämorrhoiden und stärkt die Armmuskeln. Diese Asana kann Dir in kürzester Zeit ein Maximum körperlicher Ertüchtigung vermitteln.

 

 

Variationen

I. Lolasana: Baue «Padmasana», den «Lotossitz», auf. Setze Dich in die erste Phase von «Mayurasana». Dein Körpergewicht wird auf Deinen Knien und Händen lasten. Danach hebe langsam Deinen unteren Körper, der in «Padmasana» sitzt. Mit «Padamasna» ausgeführt ist dies eine Art schwingende Haltung. Sie wird «Lolasana» genannt. Den Nutzen von «Mayurasana» erfährst Du auch in dieser Asana.

 

Pfau Vollendung«Pfau» in Vollendung

 

II. Hamsasana: eine Art Gans. Die Asana ist relativ leicht einzunehmen. Diese vorläufige Ausführung von «Mayurasana» ist als «Hamsasana» bekannt. Hierbei werden die Zehen auf dem Boden gelassen, bevor die Beine für «Mayurasana» angehoben werden.

 

 

Narayani zeigt Hamsasana und Mayuri (Englisch)

«Hamsasana» ist eine gute Vorbereitung zum vollständigen «Pfau». Das darauffolgende «Mayuri» ist so etwas wie der «Kleine Pfau». Zum Schluss zeigt Narayani «Pincham Mayurasana», dies symbolisiert die Schwanzfeder eines Pfaus.

 

 

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Es wird oft von Schülern gefragt, wie man am besten sich auf den «Pfau» vorbereiten könne, um diesen zu erlernen. Tatsächlich hilft es am besten, «Mayurasana» immer wieder selbst zu üben. Gerne auch über die Zwischenschritte von «Hamsasana».