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Siddhasana

«Siddhasana», die «Vollkommene (Siddha) Sitzhaltung (Asana)», die «Sitzhaltung der Vollkommenen»; Meditationsstellung, eine Asana im Hatha Yoga. In der «Hatha-Yoga-Pradipika » werden vier Varianten dieser Stellung beschrieben. Eine Variante davon ist «Vajrasana».

 

LotossitzSiddhasana: Eine Ferse zwischen Geschlechtsorgan und Anus (am Perineum bzw. vor der Scheide), die andere Ferse am Schambein.

 

«Siddhasana» ist eine der populärsten Meditations-Stellungen. «Siddhasana» ist ein Sanskritbegriff, der aus zwei Sanskrit Wörtern besteht: Siddha heißt der Vollkommene, Asana heißt Stellung, Sitzhaltung. Die «Siddhasana» ist also die «Vollkommene Sitzhaltung» bzw. der «Meditationssitz des Vollkommenen». Allerdings ist dies nur eine Stellung für Männer. Frauen praktizieren in diesem Fall «Siddha Yoni Asana».

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Sukadev über Siddhasana
2 Ausführung

2.1 Variationen

3 Wirkungen von Siddhasana

3.1 Einschränkungen
3.2 Tipps und Tricks

4 Swami Sivananda über Siddhasana
5 Siddha und Siddhi

 

 

Sukadev über Siddhasana

 

 

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Ausführung

Setze eine Ferse an den Anusschließmuskel (Guda), die Hauptöffnung des Verdauungstrakts. Lasse die andere Ferse an der Wurzel des Geschlechtsorgans. Die Füße oder Beine sollten so arrangiert und platziert werden, dass die Fußgelenke einander berühren. Die Hände können, so wie in «Padmasana» vorgestellt, abgelegt werden.

 

 

 

Variationen

I. Guptasana (Verdeckte Haltung): Die linke Ferse ist über dem Geschlechtsorgan platziert. Die rechte Hacke wird ebenso über das rechte äußere Fortpflanzungsorgan gelegt. Die beiden Fußgelenke sind eng beieinander oder berühren sich. Die rechten Zehen drücken in die Ausbuchtung zwischen linkem Oberschenkel und linkem Wadenmuskel. Die linken Zehen sind durch das rechte Bein verdeckt. Gupta bedeutet versteckt. Da in dieser Asana die Geschlechtsorgane weitestgehend versteckt sind, wird sie «Guptasana» genannt.

 

II. Vajrasana (Diamantsitz): Die linke Ferse wird unter das Geschlecht gesetzt. Die rechte Ferse wird über dem Organ platziert. «Vajra» bedeutet Diamant. Es gibt noch eine weitere Variante des Diamantsitzes. Anweisungen hierfür werden an anderer Stelle gegeben.

 

III. Baddhayonyasana: Sitze in der gewöhnlichen «Siddhasana» und führe die Yoni-Mudra aus. Dies wird «Baddhayonyasana» genannt. Die Beschreibung des Yoni-Mudras wird im Zuge der Beschreibung anderer Mudras geliefert.

 

IV. Kshemasana: Wenn Du in «Siddhasana» sitzt und die Hände gemeinsam bis auf Brusthöhe anhebst, wird dies «Kshemasana» genannt. Damit ist gemeint, dass Du um Kshema (Wohlergehen) für die Allgemeinheit betest. Die Handflächen schauen hierbei zueinander.

 

V. Sthirasana (beständiger / fester Sitz): Einige Leute nennen diese gewöhnliche «Siddhasana», «Sthirasana».

 

VI. Muktasana: Gewöhnliches «Siddhasana» ist auch als «Muktasana» bekannt.

 

 

Wirkungen von Siddhasana

Durch «Siddhasana» wird die Energie der unteren Zentren durch die Wirbelsäule nach oben gelenkt. Dadurch wird das Gehirn angeregt und das ganze Nervensystem beruhigt. Die Haltung des unteren Fußes drückt auf den Damm (Perineum), aktiviert somit «Muladhara-Chakra» und löst die Mulabhanda aus.

 

Generell kann man sagen, dass sich dadurch Kontrolle über die Fortplanzungshormone gewinnen lässt, was natürlich ganz wichtig ist. Aus spirituellen Gründen soll das Brahmacharya ausgeführt werden.

 

➳Der «Pranafluss» wird harmonisiert bzw. in den unteren Zentren neu ausgerichtet. Das kann bei längerem Halten (10-15 Minuten) zu einem Kribbeln führen. Danach verschwindet dieses aber wieder.

 

➳Die Blutzirkulation wird in die untere Wirbelsäule und den Unterleib gelenkt, was den Lumbarbereich der Wirbelsäule und die Urin- und Bauchorgane anregt.

 

➳Das Fortpflanzungssystem und der Blutdruck werden harmonisiert.

 

 

Einschränkungen

Nicht geeignet bei Ischiasproblemen und Kreuzbeininfektionen.

 

 

Tipps und Tricks

In «Siddhasana» ist es unerheblich, welches Bein oben liegt. Achten Sie auf Ausgleich, sodass Sie nicht schief üben.

 

Oft entsteht Schmerz durch den Druck der aufeinanderliegenden Fußgelenke. Legen sie eine Decke oder einen Schwamm dazwischen. So wird es angenehmer.

 

Der anfängliche Druck auf den Damm (Perineum ist der Bereich zwischen Anus und Hodensack) kann zu einem unangenehmen Druck werden. Nach geraumer Zeit des Übens verschwindet dieser.

 

 

Swami Sivananda über Siddhasana

An Bedeutung steht «Siddhasana» direkt neben «Padmasana». Einige preisen diese Asana, dass sie für den Zweck der Meditation (Dhyana) sogar der «Padmasana» überlegen ist. Wenn Du Meisterschaft über diese Asana erlangst, wirst Du zahlreiche Siddhis (außergewöhnliche Kräfte) erlangen.

 

Darüber hinaus wurde diese Asana einstmals von vielen Siddhas (vervollkommnete Yogis) praktiziert. Daher rührt der Name «Siddhasana». Sogar fettleibige Personen mit dicken Oberschenkeln können diese Asana leicht üben. Tatsächlich ist diese Asana für einige Personen besser (geeignet) als «Padmasana». Junge Brahmacharyas, die sich in der Festigung des Zölibates versuchen, sollten diese Asana praktizieren. Für Damen ist die Asana nicht geeignet. (Anmerkung der Yoga-Wiki-Redaktion: Für Frauen gibt es dafür die «Siddha-Yoni-Asana».)

 

 

Siddha und Siddhi

Das Sanskritwort Siddha bedeutet Kraft und Vollkommenheit. Das Wort Siddhi entspringt aus Siddha und verweist auf psychische Kräfte oder Fähigkeiten, die sich durch yogische Übungen entwickeln. Unter Siddhis versteht man Hellsichtigkeit, Telepathie und viele weniger bekannte Kräfte, zum Beispiel die Fähigkeit, vorsätzlich zu verschwinden. Von Siddhasana und Siddha-Yoni-Asana für Frauen nimmt man an, dass dieses Asana zu dieser Art der psychischen Kräfte führt.